Ausstellungsarchiv seit 2021

37. Stuttgarter Filmwinter

© Foto: Demian Bern

„37. Stuttgarter Filmwinter – Festival for Expanded Media“

Ausstellung Expanded Media/Expanded Media Exhibition

18. – 23. Januar 2024

Vernissage mit Eröffnungsrundgang am Do, 18. 1. 2024, 17 – 19 Uhr

In der Ausstellung Expanded Media werden künstlerische Werke aus den internationalen Wettbewerben
„Medien im Raum“ und „Network Culture“ gezeigt.

Mit Werken von:

Amal Zen
Vladimir Mitrev
Catrine Val
Susanna Hanna
Wolfgang Oelze
IP Yuk-Yiu
Paul Mignot
Marc Lee und Shervin Saremi
Eyal Gruss
Robin Alysha Clemens

Öffnungszeiten

Fr 19. 1. 2024, 15 – 19 Uhr
Sa 20.01.2024, 15 – 19 Uhr
So 21.01.2024, 12 – 17 Uhr
Di 23.01.2024, 15 – 21 Uhr

Kurator*innenführungen & Meet The Artists

Fr19. 1. 2024, 18 Uhr
Sa 20. 1. 2024, 18 Uhr
So21. 1. 2024, 14 Uhr
Di 23. 1. 2024, 18 Uhr

Familienführung und Podcast mit Sara Dahme

Kunstvermittlung für Klein und Groß für alle, ab 6 Jahren
So 21. 1. 2024, 16 Uhr

Begleitprogramm

Sa 20. 1. 2024, 11 – 13 Uhr
unpathed waters, undreamed shores –
Extended Reality Art im Spannungsfeld zwischen digitalen und physischen Körpern

Mit Lisa Birke, Nora Krahl und Maja Stark

 Sa 20. 1. 2024, 15 – 16 Uhr
AR!!! Action
Künstlerisch performativer Spaziergang vom Kunstbezirk zur Gedok
Lisa Birke & Schüler*innen FSG Marbach

So 21. 1. 2024, 12–13 Uhr
Stell Dir eine spekulative Zukunft vor, in der KIs unser Ökosystem steuern

Marc Lee (Künstler) im Gespräch mit Prof. Beat Christen (Direktor des Instituts für Mikrobiologie, Universität Stuttgart). Moderation: Esther Fehn

Di 23. 1. 2024, 19 – 21  Uhr
Finissage und Abschlussveranstaltung Performing Seascape
Ein Abend rund um interdisziplinäre Improvisationskunst mit Gästen, Gesprächen und Performance. Zum Auftakt des Abends: Performing Seascape – eine künstlerische Begegnung der Musikerin Caroline Daub mit der Tänzerin Saskia Hamala von der Plattform SAAL FREI für interdisziplinäre Improvisationskunst.

Mehr Informationen: https://filmwinter.de/ausstellungen/expanded-media-ausstellung

Information in English: https://filmwinter.de/en/exhibitions/expanded-media-exhibition

Interessante Zeiten – Grafik in Zeiten der Krise

11. November – 30. Dezember 2023

Interessante Zeiten – Grafik in Zeiten der Krise

11. November – 30. Dezember 2023

Interessante Zeiten – Grafik in Zeiten der Krise

11. November – 30. Dezember 2023

Interessante Zeiten – Grafik in Zeiten der Krise

11. November – 30. Dezember 2023

Interessante Zeiten – Grafik in Zeiten der Krise

11. November – 30. Dezember 2023

Interessante Zeiten – Grafik in Zeiten der Krise

11. November – 30. Dezember 2023

Interessante Zeiten – Grafik in Zeiten der Krise

11. November – 30. Dezember 2023

Fotos: Jürgen Bubeck, Kernen

KARTE_InteressanteZeiten

Andrea Peter „Home For Preppers“ (Ausschnitt), 2023

„Interessante Zeiten – Grafik in Zeiten der Krise“

11. November – 30. Dezember 2023

Eröffnung am 10. November 2023, 19 Uhr

 

In Zeiten der permanenten gesellschaftlichen Krisen, stellt sich die Frage, wie die Bildende Kunst auf die sich ständig ändernden und eskalierenden Themen reagiert. Wie verarbeiten Kunstschaffende die sich auch auf ihr eigenes Leben einwirkenden Themen, wie beziehen sie Stellung, wie spiegelt sich der politische oder gesellschaftliche Alltag in ihrer Arbeit? Wie werden Themen gesetzt und behandelt, wie bleiben Autor und Autorin sichtbar, welche Rolle spielt Humor?

Wirkt sich der Krisenmodus auf die Handschrift und den Strich der bildnerischen Mittel aus und spiegeln sich Nervosität, Aufruhr, Resignation darin?

Eine jurierte Ausstellung des Förderkreis Bildender Künstler Württemberg e. V.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:

Lioba Abrell

Beate Baumgärtner

Thomas Bickelhaupt

Markus Daum

Eva Früh

Helga Hodum

Jan Jansen

Alfons Koller

Sibylle Möndel

Kirsten Perleberg/Robin Durner

Andrea Peter

Sebastian Rogler

Maria Grazia Sacchitelli

Uwe Schäfer

Renate Scherg

Ursula Walz

Ulrich J. Wolff

© Foto: Klaus Schaeffer

„Übergang“

Gruppe Blau

19. September – 28. Oktober 2023

Vernissage am Samstag 16. September 2023, 18 Uhr.

Beteiligte Künstler*innen

Banu Aksu

Silviu Anastasiu

Christine Breitenbach

Meinolf Gerling

Jo Grabowski

Stefan Heitmann

Hanns-Günther Högel

Blaženka Jakić

Andreas Jentsch

Edith Jourdan

Gonde Kiessler

Ulrike König

Monika Lehn

Klaus Schaeffer

Rainer Schmid-Vasterling

Volker Schöbel

Kristin Vasterling

Stephan Zirwes

Kurator: Paulo dos Santos

 

„…weil uns alles Vertraute und Gewohnte für einen Augenblick fortgenommen ist; weil wir mitten in einem Übergang stehen, wo wir nicht stehen bleiben können.“ (Rainer Maria Rilke)
Übergang meint Aufbruch, Ungewissheit, Veränderung, birgt Abschied und Neubeginn, ist eine Brücke zu neuen Ufern. Ein Übergang in die Katastrophe oder ins Paradies?
Nicht nur, weil uns bald zu heiß werden könnte oder weil uns Pandemien bedrohen, die Gegenwart ruft nach Wandel. So begeben wir uns in den Übergang, einen provisorischen Zustand mit ungewissem Ausgang, mit vielen Varianten, mit möglichen Fehlern, mit Überraschungen, in jenes „Zwischenreich, in dem nichts mehr und alles noch nicht ist“ (Timo Frasch, F.A.Z.)
Dieses Zwischenreich begleitet uns in ganz persönlichen Lebensphasen, in Arbeitswelten, in gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Strukturen. Es führt hinein bis in die Welt der Dinge, in Materialien, in Aggregatzustände, in deren Veränderungen und Vergänglichkeiten. Und von dort wieder zurück ins konkrete Leben.
Die Autor*innen der Gruppe BLAU beschreiben fotografisch Übergänge und leuchten den Begriff mit all seinen Assoziationen und Erfahrungswelten in schillernder Vielfalt aus.

KONTAKTZONE

5. August – 9. September 2023

KONTAKTZONE

5. August – 9. September 2023

KONTAKTZONE

5. August – 9. September 2023

KONTAKTZONE

5. August – 9. September 2023

KONTAKTZONE

5. August – 9. September 2023

KONTAKTZONE

5. August – 9. September 2023

KONTAKTZONE

5. August – 9. September 2023

KONTAKTZONE

5. August – 9. September 2023

„Kontaktzone“

BfB  Bund freischaffender Bildhauer*innen Württemberg

Eröffnung am 4. August 2022, 19 Uhr

Ausstellungsdauer 5. August – 9. September 2023

 

Kontaktzone: Das ist der Bereich, in dem die Begegnung der Formen, ihre Beziehung zueinander am intensivsten ist. Es ist sowohl der Kontakt zwischen den Individuen, als auch der von Produzent und Betrachter gemeint. Nicht zuletzt geht es um das taktile Element in der Bildenden Kunst, den Tastsinn, den nur die Bildhauerei ansprechen kann.

Beteiligte Künstlerinnen und Künstler:

Jörg Bollin

Claudia Dietz

Thomas Dittus

Andy Dobler

Jan Douma

Heike Endemann

Jörg Failmezger

Michaela Fischer

Susanna Giese

Ebba Kaynak

Beate Leinmüller

Gregor Öhmann

Ulrich Sälzle

Thomas Schuster

Rüdiger Seidt

Jörg Siegele

Frank Teufel

Ralf Weber

Mirja Wellmann

Einführungsrede zur Ausstellung von Uli Gsell

Kontaktzone“ war das Thema der Ausschreibung, für die  sich 19 Mitglieder des BfB beworben haben. Zusammen mit meinen Kollegen Christoph Traub und Birgit Rehfeldt haben wir diese Ausstellung kuratiert.  Mein Name ist Uli Gsell.

Wie Georges Braque sagte: „In der Kunst muss man sich mit den Entdeckungen begnügen und sich vor Erklärungen hüten.“ Ich versuche trotzdem Ihnen Thema und Künstler näher zu bringen.

In der Bildhauerei wird der Begriff „Kontaktzone“ verwendet, um auf die verschiedenen Ebenen der Interaktion, des Austauschs und der Begegnung hinzuweisen, sei es zwischen Künstler und Material, Betrachter und Kunstwerk oder zwischen verschiedenen kulturellen Einflüssen und historischen Kontexten. Die Kontaktzone in der Bildhauerei verkörpert die Vielfalt, die Dynamik und die Möglichkeiten des künstlerischen Schaffensprozesses und der Rezeption von Kunstwerken.

Die Bildhauerei ist eine Kunstform, die den direkten physischen Kontakt zwischen dem Künstler und dem Material erfordert. Die Hände des Bildhauers kommen in direkte Berührung mit dem Stein, dem Holz, dem Ton oder anderen Materialien, während er sie formt und gestaltet. Diese physische Kontaktzone zwischen dem Künstler und dem Material ermöglicht eine intime Beziehung und eine unmittelbare Kommunikation. Der Künstler spürt die Textur, die Temperatur und die Eigenschaften des Materials und reagiert darauf, um seine kreative Vision zum Ausdruck zu bringen.

Wenn Sie vor einer Skulptur stehen, entsteht eine Kontaktzone zwischen dem Kunstwerk und der Person, die es betrachtet. Sie können das Kunstwerk mit ihren Sinnen erfassen, es berühren, um die Textur zu fühlen, oder sich um das Kunstwerk herumbewegen, um es aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten. Diese Kontaktzone zwischen Betrachter und Kunstwerk ermöglicht eine persönliche, sinnliche Erfahrung und kann eine emotionale oder intellektuelle Reaktion hervorrufen.

Zu den Künstlern und ihren Werken:

Jörg Bollin bringt mit seiner Assemblage „Bondage“ natürlich und technisch Geformtes in Kontakt. Offen bleibt, ob es sich um eine Fesselung oder einen heilenden Verband  handelt.

Michaela A. Fischer nimmt Erfahrungen während des Lockdowns/ des Eingesperrtseins zum Anlass für ihre Plastik „Home, sweet home“. Kommunikation scheint unmöglich. Figur und Käfig interagieren, beginnen sich formal an zu nähern.

Bei ähnlicher Ausgangslage haben Claudia Dietzens embryonale Formgebilde doch die Möglichkeit zum Kontakt untereinander. Das Nest als Kontaktzone.

Thomas Dittus setzt auf die farblich verfremdete Haptik der Steinoberflächen seiner Granitstelen.

In den Objekten von Andy Dobler tun sich assoziative Welten auf. Man möchte sie schon gerne berühren, wäre da nicht die Sache mit der möglichen Infektion „infested“.

Jan Douma akzentuiert auf sensible Weise den schmalen Raum zwischen seinen abstrakten Figurationen „in between“ aus Kirschbaumholz.

Auch hölzern, doch von anderer Anmutung das „Doppelpack“ von Heike Endemann. Zwei Formen begegnen sich, durchdringen sich in Rauheit und Klarheit.

Jörg Failmezgers „Berührung“: ein sinnliches aufeinander Zustreben und Zusammen Wittern. Er nutzt souverän die Möglichkeiten handwerklicher Steinbearbeitung.

Susanna Giese fügt Modelliertes, Gefundenes, Gemaltes zu einem Seelenbild von „Freundinnen“ zusammen. Verletzung und Zartheit in einem.

EBBA Kaynaks farbig gefasste Skulptur aus Nussbaumholz „Frau.Leben.Freiheit“ ist statement, eine Feststellung im wörtlichen Sinne. Frauen müssen sich verbinden, Kontakt aufnehmen um sich behaupten zu können.

Beate Leinmüller setzt mit ihren „Schwestern“ nicht nur an und abschwellende Volumina in eine ergänzende Beziehung sondern schafft gleichzeitig einen Zwischenraum, die Kontaktzone, welche sich je nach Betrachterstandpunkt dynamisch ändert.

Gregor Öhmanns handfeste hölzerne Persönlichkeit, „Helene“ genannt, sucht den Kontakt himmelwärts. Der Dresdener Thomas Linde beschreibt den Menschen als am Stamm sich ausdehnend, mit der Haartracht heiter gen Himmel weisend.

Ulrich Sälzle schafft in seinen Granitfindlingen einen Innenraum, der den Kontakt von Raum und Volumen, von Unendlichkeit und materieller Begrenztheit betont.

Thomas Schuster spannt die großen Oberflächen seiner Arbeit „Duo“ in sanften Ebenen. Es entsteht eine „line of contact“ wo die Formen aber ganz friedlich zusammenfließen.

Die „Glänzende Tetrahelix“ von Rüdiger Seidt bringt die Sache zweifach auf den Punkt: die fokussierte Berührung innerhalb der Form und die glänzend verdichtete Oberfläche der Edelstahlplastik wo sich der Betrachter im Kunstwerk spiegelt.

Jörg Siegeles  „Krokonil“, erstaunlich aus wie vielen Tieren diese Krokoledertasche gefertigt war! Zum Glück kann da bei näherem Kontakt kein Kiefer mehr zu schnappen.

Frank Teufel „21020“ ein scheinbar schwereloser Tanz aus hartem Marmor, ein inniges sich auf einander zu und fort bewegen, ein gesunder Kampf, eine lichte Umarmung.

Ralf Weber  eine Grenzerfahrung besonderer Art: „Circle coral“ verweist auf Wachstums und Bildungsprinzipien von Nesseltieren.  An der Kontaktzone zwischen Lebewesen und Wasser entstehen diese komplexen Oberflächen. Interessanterweise sind diese schwammartigen Strukturen schichtweise im 3D-‚Druckverfahren hergestellt.

Mirja Wellmann: bei dreht sich alles ums Hören: eine grundlegende  Erfahrungsmöglichkeit von Welt. Sie bietet uns eine Übersetzung auditiver Erfahrung in körperhafte und optische Gebilde an; die sogenannten „Hörnester“ und „Hörprotokolle“.

Verehrte Besucher, geschätzte Kollegen: Die Bildhauerei kann auch eine Kontaktzone für den Dialog und den Austausch von Ideen, Perspektiven und Konzepten sein. Bildhauer können in einem kreativen Prozess miteinander kommunizieren und voneinander lernen. Sie können ihre Arbeiten in Ausstellungen oder öffentlichen Räumen präsentieren und so einen Dialog mit dem Publikum initiieren. Diese Kontaktzone des Austauschs ermöglicht einen reichen Diskurs über die Bedeutung und Interpretation der Kunstwerke. Möge dieser Diskurs fruchtbar und genussvoll sein.

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

Diplome Bildende Kunst

Abschlussarbeiten
künstlerisches Lehramt Bildende Kunst/M. Ed. 2023

Abschlussarbeiten
Körper, Theorie und Poetik des Performativen M. F. A.

Eröffnung am 19. Juli 2023, 19 Uhr
Ausstellungsdauer 20. – 29. Juli 2023

Diplom Bildende Kunst
Mona Barmeier, Irma Basic**, Laura Benz**, Sophie Bergemann**, Stephanie Bothe**, Antonia Christl, Vesna Hetzel**, Einan Kawasaki**, Miji Lee, Kyung Eun Min**, Felix Mohr**, Johannes Ocker**, Fabian Penzkofer, Julia Schmutz, Jina Shin**, Maximilian Straß**, Carmen Weber, Shamal Wilson**

M.Ed. Künstlerisches Lehramt mit Bildender Kunst
Louis Müller**, Karen Schuster**, Isabel Stoffel**, Roxenna Zimmer**

M.F.A. Körper, Theorie und Poetik des Performativen (KTPP)
Antonia Böckle, Madeleine Wegner**

**Absolventen*innen, deren Werke Sie im KUNSTBEZIRK ausgestellt vorfinden.
Für alle weiteren beachten Sie bitte
, dass es einen weiteren Ausstellungsort gibt:

Projektraum AKKU
Gerberstraße 5c, 70178 Stuttgart

Öffnungszeiten: Mi – Fr, 14 – 18 Uhr

Animationsgestaltung:  Blerta Osmani

„R A U S C H“

generation z – wohin geht die junge kunst?

Eröffnung am 30. Juni 2023, 19 Uhr mit Open-Air-Performance

Finissage am Samstag, 8 Juli 2023, 18 Uhr

„special guest: Künstlerin/ Rednerin Patricia Paryz“

Ausstellungsdauer 1. Juli – 8. Juli 2023

Achtung: Die Ausstellung ist auch Sonntags von 15 – 19 Uhr geöffnet

Sicher, Rausch braucht Mittel. Meistens sind es Gifte. Rausch ist aber auch anderweitig erreichbar: Höhenrausch, Tiefenrausch, Kaufrausch, Schaffensrausch. Für viele wird die Arbeit zum Rausch. Er kann individueller, intimer Zustand der Freiheit und Entkopplung von vorgefertigten Denkmustern sein oder Teil von Arbeitsprozessen (nicht nur bei Kunstschaffenden, obwohl das Klischee eines positiven Bezugs zwischen Rausch und Kreativität landläufig aufrechterhalten wird). Er kann aber auch einfach Befreiung von Alltagslasten sein. Einige Anthropologen behaupten, die Menschen hätten Bier gebraut, lange bevor sie Brot gebacken hätten. Der Gegensatz von Rausch ist Realität. Und Realität bedeutet oft Kater. Beim Blick auf die aktuelle Weltlage gewinnt man den Eindruck, dass man aus dem Kater-Gefühl gar nicht mehr herauszukommen kann.

Während junge Künstler*innen vor einigen Jahren noch die berechtigte Hoffnung hatten, nach ihrem Abschluss, durch Förderung von Galerien und anderen Ausstellungsräumen, den Einstieg in den Kunstbetrieb zu finden, müssen sie sich zunehmend von der Vorstellung lösen, so aufgefangen zu werden und sich ausschließlich der Kunstproduktion widmen zu dürfen. Ohne die eigene Bereitschaft zur Selbstorganisation und Eigenvermarktung sieht es schlecht aus. Aus diesem Grund haben sich die teilnehmenden Künstler:innen im Vorfeld der Ausstellung über einen längeren Zeitraum immer wieder getroffen, gemeinsam gearbeitet, diskutiert, sich über künstlerische Ansätze und Möglichkeiten verständigt und Netzwerke aufgebaut.

Gezeigt werden Fotografien, Malereien, Zeichnung, Raumistallationen, Performances und Medienkunst junger Stuttgarter, deutscher, ungarischer und rumänischer Künstler:innen ohne akademische Ausbildung sowie  junger  Künstler:innen aus verschiedenen Semestern des Kunststudiums.


Beide Ausstellungskuratorinnen, Lili Weiss M.A. und Karina Paula Kecsek, beschäftigen sich seit Jahren mit Synergieeffekten in kulturellen Bereichen und der Entfaltung und Stärkung des Individuums durch künstlerische Strategien.

Beteiligte Künstlerinnen:      

Ileana Aciocârlănoaei

Elias Binder

Tomi Borza

Mattia Cerantola

Nicolai da Costa

Marie Sina Celestina David

Andreas Dobrynin

Anna Drasztyl

Alina Frauenhoffer

Maia Valentina Glăvan

Oana Gureanu

Noah Hauf

Karla Heintze

Nora Jasharaj

Mimi Kohler & Patrick Alan Banfield

Leon Kokoszynski

Leonie Lass

Desirée Lune

Almira Mataj

Blerta Osmani

Ana Popa

Paul Rehm

Cătălin Cristian Rus

Philipp Schaugg

Nina Claudia Lucie Schmidl

Martin Schüler

Christian Șencan

Felix Stillhammer

Noah Walz

Pirmin Wollensak

Felix Wolsing

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

RAUSCH

Generation Z – wohin geht die junge Kunst?

1. – 8. Juli 2023

Grün

6. Mai – 23. Juni 2023

Grün

6. Mai – 23. Juni 2023

Grün

6. Mai – 23. Juni 2023

Grün

6. Mai – 23. Juni 2023

Grün

6. Mai – 23. Juni 2023

Grün

6. Mai – 23. Juni 2023

Grün

6. Mai – 23. Juni 2023

Grün

6. Mai – 23. Juni 2023

Grün

6. Mai – 23. Juni 2023

Grün

6. Mai – 23. Juni 2023

Grün

6. Mai – 23. Juni 2023

Grün

6. Mai – 23. Juni 2023

Grün

6. Mai – 23. Juni 2023

© Foto: Beate Susanne Wehr

„Grün“

Eröffnung am 5. Mai 2023, 19 Uhr

Ausstellungsdauer 6. Mai – 23. Juni 2023

Die Natur ist für viele KünstlerInnen eine unerschöpfliche Quelle der Inspiration. Diese setzten sich in der Vergangenheit wie in der Gegenwart mit Naturphänomenen und Naturveränderungen im Bezug auf das menschliche Sein auseinander. In vielen Werken spielt dabei die Farbe Grün eine zentrale Rolle, zumindest in unseren Breitengraden. Schnell assoziieren wir mit ihr die Kraft des Wachsend, Fruchtbarkeit und Gesundheit. Doch hat eine solche naturromantische Vorstellung heute noch ihre Berechtigung?

Die Ausstellung »Grün« zeigt künstlerische Positionen auf, die den Menschen im Wechselspiel zwischen einer romantischen Begriffsdefinition von grün und den gegenwärtigen Naturgegebenheiten zeigen.

Das Rahmenprogramm wird Anfang April 2023 online sein.

 

Kuratiert von: Dr. Beate Susanne Wehr

Beteiligte Künstlerinnen:      

Theres Cassini, Wien

Gertraut Ellinger, Stuttgart

Eva Kern, Wien

Simona Koch, Berlin; Wien

Susanna Messerschmidt, Stuttgart

Birgit Rehfeldt, Ostfildern

Christiane Spatt, Wien

Kuratorinnenführung

1. Juni 2023, 18:00 Uhr

15. Juni, 18:00 Uhr

bitte anmelden unter less.is.art@beate-susanne-wehr.de

Breitenweiß – Längenblau

24. Februar – 22. April 2023

Breitenweiß – Längenblau

24. Februar – 22. April 2023

Breitenweiß – Längenblau

24. Februar – 22. April 2023

Breitenweiß – Längenblau

24. Februar – 22. April 2023

Breitenweiß – Längenblau

24. Februar – 22. April 2023

Breitenweiß – Längenblau

24. Februar – 22. April 2023

Breitenweiß – Längenblau

24. Februar – 22. April 2023

Breitenweiß – Längenblau

24. Februar – 22. April 2023

„Breitenweiß – Längenblau“

Gruppenausstellung des Kontur Kunstverein Stuttgart e. V.

Eröffnung am 24. Februar 2023

25. Februar – 22. April 2023

Es geht bei diesem Projekt um das Weiße in den Breiten, das sich in das Blaue in den Längen verwandelt. Es geht um Eis und Wasser, um den Übergang zwischen beidem, um Veränderungen, die sich Bahn brechen.

Beteiligte Künstler*innen:

Klaudia Dietewich, Stuttgart, Fotografie

Claudia Dietz, Eberdingen, Bildhauerei

Simone Distler, Seegebiet Mansfelder Land, Malerei

Patrick Lambertz, Zürich, CH, Fotografie

Conny Luley, Stuttgart, Malerei

Thomas Mulcaire, Johannesburg, SA, Video

Birgit Rehfeldt, Ostfildern, Bildhauerei

Gerhard Rießbeck, Bad Windsheim, Malerei

Max Stiller, Köln, Malerei

Mark Thompson, Neufundland, Kanada, Malerei

Breitenweiß – Längenblau

Klaudia Dietewich, Claudia Dietz, Simone Distler, Patrick Lambertz, Conny Luley, Thomas Mulcaire, Birgit Rehfeldt, Gerhard Rießbeck, Max Stiller, Mark Thompson

Kunstbezirk im Gustav-Siegle-Haus, Stuttgart, 24.02. – 22.04.2023
Eröffnung der Ausstellung am Freitag, 24. Februar 2023, 19.00 Uhr

Das die Erde unterteilende Koordinatennetz von Breiten- und von Längengraden wurde einst ersonnen, um in einem allgemein verbindlichen System eine möglichst genaue Standortbestimmung vornehmen zu können. So befinden wir uns hier im Ausstellungsraum des Kunstbezirks auf 48 Grad, 46 Minuten, 22,17 Sekunden Breitengrad (Nord) und 9 Grad, 10 Minuten, 48,05 Sekunden Längengrad (Ost). Insbesondere auf hoher See ist die exakte Vermessung der Welt von immenser Bedeutung, um verlässlich von Punkt A nach Punkt B zu gelangen. Die sichere Bestimmung der geografischen Breite konnte dabei vergleichsweise früh anhand der Orientierung am Sternenhimmel vorgenommen werden. Das sogenannte Längenproblem blieb allerdings bis zur Erfindung hochpräziser Uhrwerke um 1750 bestehen und sorgte bis dahin dafür, dass Segelschiffe entweder nur in Sichtweite von Küstenlinien verkehrten oder auf weiteren Strecken das langwierige und damit kostspielige Breitensegeln zur Anwendung kam; und dies ausschließlich auf der Nordhalbkugel, weil der Polarstern im Süden bekanntlich gar nicht zu sehen ist. Das direkte Ansteuern eines Zieles entlang einer mehr oder weniger genau zu berechnenden geografischen Länge führte dagegen noch lange aufgrund unkalkulierbarer Schwankungen häufig genug in die Irre und ins Verderben.

Ohne in wirklich schwierigem Gelände unterwegs zu sein, sind wir Zeitgenossen hingegen allesamt – zu Wasser, zu Lande und in der Luft – mit leistungsfähigen Navigationsgeräten ausgerüstet, um die von uns anvisierten Punkte mit für absolut gehaltener Sicherheit zeiteffizient zu erreichen. Längst haben wir die weiland Konfuzius zugeschriebene Formel „Der Weg ist das Ziel.“ hinter uns gelassen, als in einer auf wirtschaftlichen Ertrag fokussierten, durch und durch technisierten Welt vielmehr zählt: „Das Ziel ist das Ziel.“. Auf die bis zu demselben zurückgelegte Wegstrecke wollen wir gar nicht mehr weiter achten, eine ohne Hilfsmittel selbst erdachte Orientierung haben wir unterdessen fast unbemerkt verloren.

Insofern unternimmt die aktuelle Ausstellung Breitenweiß – Längenblau nichts weniger, als die Welt neu und anders ordnen zu wollen. Mutwillig vom Weg abzukommen, eingefahrene Wege zu verlassen, die von fremder Hand markierten Points of Interest leichterdings beiseite zu schieben, gänzlich neue Sicht- und Wahrnehmungsweisen zu eröffnen, um eine – mindestens im geschützten Schauraum gültige – individuelle Kartografie der eigenen Imagination zu entwickeln. Die Ausstellung tut dies in Form von Malerei, Fotografie, Video, Skulptur und Rauminstallationen mit den konzentriert und einfühlsam ausgewählten Arbeiten der 10 präsentierten Künstlerinnen und Künstler Klaudia Dietewich, Claudia Dietz, Simone Distler, Patrick Lambertz, Conny Luley, Thomas Mulcaire, Birgit Rehfeldt, Gerhard Rießbeck, Max Stiller und Mark Thompson.

Reduzierte Farbigkeiten und Strukturen – es klingt im Ausstellungstitel an – prägen die hier versammelten Arbeiten. Im weitesten Sinn Wasser in seinen verschiedenen Aggregatzuständen: Eisschichten gefroren, dieselben schmelzend, Schnee als ihr Zwischenstadium, Gewässer fließend, dann atmosphärisch (gasförmig) diffundierend in die Luft, Relikte all dessen, was vergangen ist, und davon, was vielleicht bleiben mag. Doch wir haben es nicht etwa mit irgendwie topografischen Ortsbeschreibungen konkret bezeichenbarer Landstriche zu tun, selbst wenn wir erfahren, dass die Ausgangspunkte ihrer Entstehung mit einem Aufenthalt in der Antarktis, einer Schiffspassage vor Spitzbergen oder den Filmsequenzen an Bord eines Eisbrechers verbunden sind. Vielmehr handelt es sich um Kondensate eines einmal Gesehenen und Empfundenen: äußerlich sichtbare Naturformationen, innensichtige Landschaften, Emotions- wie auch Erinnerungsgegenden.
Der in unseren Breiten nur noch selten liegenbleibende Schnee bildet dabei die neutrale Folie für die portraitartigen Chalets of Switzerland. Auf einen an und für sich normierten Bautypus zurückgehend zeigen sich in den Fotografien unterschiedliche Fassadengestaltungen, die abweichende Verteilung von Fensteröffnungen und Türen oder kleinere Anbauten. Den Wunsch nach der charakteristischen Individualisierung ihrer (in der Darstellung nicht wiedergegebenen) Bewohnerinnen und Bewohner bereits wesenhaft an der Außenhaut der Architekturen ablesbar. (Patrick Lambertz)

Gegenüber verschmelzen abweisende, scharfkantige Architekturformen mit ihrer unwirtlich kristallinen Naturumgebung als sogenannter „trigonometrischer Kubismus“ in einer tiefblau gesättigten Malerei. Weisen die Signale des Leuchtturms den Seeleuten denn immer noch den sicheren Weg an Land, dient der auf einer Anhöhe gelegene Kirchenbau Hoffnungssuchenden nach wie vor als Zufluchtsstätte oder ist die dächerlose Walfangstation nicht schon lange aufgegeben? (Max Stiller)

Zwischen diesen so verschiedenen Vorstellungswelten nun schwimmen mitten im Raum zwei blaue Kraulerinnen in entgegengesetzten Richtungen – tief am Grund und in eher luftiger Höhe – hin und her. Auch sie in quasi kubischen Holzvolumina gehalten, die Oberfläche rauh belassen, Mischwesen menschlich bewegter Körper, einer allgemeiner gefassten Metapher von Wellengang und von einem ungewöhnlichen, bootartigen Transportmittel zur Überwindung einer nicht näher spezifizierbaren Distanz. (Birgit Rehfeldt)

In welchen Räumen und fluiden Substanzen wir uns aber tatsächlich befinden, lässt sich kaum ausdrücken. Ist es der umherschweifende Blick über einen langgestreckten Gebirgszug oder vielleicht doch die extreme Nahsicht durch ein mikroskopisches Okular ins Zellinnere? Wie dem auch sei: Angesichts der Malerei auf Papieren erfüllt uns ein nachgerade morphisches Wabern und halluzinogenes Rauschen in der Tiefe, ohne dass es dabei anderer Drogen als Licht und Farbe bedürfte. (Simone Distler)

Scheinbar eindeutiger ziehen dahinter die zart lasierten Leinwände in gebirgige Höhen hinauf. Als ob die zwei gezeigten Triptychen die oben genannten Aggregatzustände des lebensspendenden Elementes Wasser exemplarisch durchdeklinieren würden, sind – von unten nach oben und von oben nach unten –
Eisgrund, Schneeberge und Himmelslicht in fein ausdifferenzierten Verschichtungen zu sehen, die so oder in vergleichbarer Weise sowohl in der Arktis als auch im alpinen Umfeld universal zu erleben sind. (Conny Luley)

Unversehens tauchen wir mit der Studie für Solaris sodann im abgedunkelten Videoraum in Echtzeit in eine Antarktis-Expedition ein. Aus den Kamerasichten des rotgezähnten Bugs eines Forschungsschiffes, von einem Schneemobil sowie von einem Helikopter aus stellen sich formgebende Eindrücke – die durch die Fahrt erzeugten Bildungen von Linien, Flächen, Stofflichkeiten – eines vertraut erscheinenden wie zugleich ganz und gar fremdartigen Planeten ein. (Thomas Mulcaire)

Selbst noch wenn derartige Impressionen vor Ort und mit den Mitteln der Fotografie eingefangen werden, können sie, wie die Reihe Vanishing Universe beispielhaft zeigt, von ihrem eigentlichen Bildgegenstand völlig losgelöst wahrgenommen werden. Das Atoll im Norden, schwarzes Vulkangestein als abstrakte Form, die von einem abgeschmolzenen Gletscher hinterlassenen Schmirgelspuren im Fels eine kunstvolle, nicht menschengemachte Zeichnung. Das ewige Eis nichts weniger als ewig, sondern vielmehr Zeichen eines momenthaften Vergehens und auch Versagens des Menschen im Umgang mit der Natur. (Klaudia Dietewich)

Unmittelbar bei einem solchen Darstellungsgegenstand bleibt allerdings der Künstler, der sich selbst als „Expeditionsmaler“ zu bezeichnen beliebt. Im Nachgang der von ihm begleiteten Polarexpeditionen, seiner Fahrten in die Arktis und Antarktis entstehen Arbeiten in der Ambivalenz von sinnlicher Schönheit und lebensbedrohlicher Gefahren. Im Nachtlicht vorübertreibende, riesige Eisberge auf der einen Seite, transluzide Schneeflocken auf der anderen, die hell umflorte Lichtpunkte über das Land hinwegschicken. (Gerhard Rießbeck)
Dauerhaft im kanadischen Neufundland lebend entstehen vor Ort menschenleere Naturlandschaften in dunkel-dickichten Tönen. Von Fotografien ausgehend lagern sich darin Schicht um Schicht Ölfarbe und Lacke an, die sich zu neuzeitlich symbolistisch aufgeladenen Territorien verdichten – Schnee, Fluss, Gestein, Erde, Sand, pflanzlicher Bewuchs die Elementarkräfte der Natur. Landschaften also, die der Künstler selbst als „eine Art kollektives Ortsgedächtnis“ definiert. (Mark Thompson)

Aus ozeanen Untiefen schließlich scheinen die mollusken Mischwesen in einem Stuhlkreis aufgetaucht zu sein. Menschenwelt, Tierreich und Flora haben sich da zu einem ironisch augenzwinkernden und gleichermaßen rätselhaften Stelldichein zusammengefunden. Die aus den verschiedensten Materialien bestehenden Objekte (Marmor, Bronze, Sandstein u.a.) schmiegen sich mal nah an Stuhlbeine an, mal nehmen sie selbstbewusst den Sitzplatz ein oder schicken ihn gar an vollends umzukippen. Dabei lassen sie offen, ob sie denn jüngst von Menschenhand gefertigt wurden, millionenalte Fossilien darstellen oder uns vielleicht doch – ötzigleich – gerade erst aus einer mittleren Vergangenheit des schnell dahinschmelzenden Eises erschienen sind. (Claudia Dietz)

In seinem 2011 erschienenen Roman Eistau lässt der weltgereiste, ursprünglich aus Bulgarien stammende Ilija Trojanow seinen Helden und Antihelden – den Glaziologen Zeno Hintermeier – zu den Erfahrungen mit dem ihm eigenen Breitenweiß und Längenblau jedenfalls sagen: „Ja, wir sammelten blaue Flecken, wir lernten den Gletscher kennen, wir steckten die Nase in jede Spalte, wir vermeinten zu hören, wie das Eisgeheuer [sic!] auf eigenem Wasser ins Tal rutschte, und staunten über die Farbenpracht in dem scheinbar monochromen Universum. Wir schärften unseren Blick ( … ) für seine delikate Farbigkeit, die Buntheit im Flachland erschien uns im Vergleich plump. Wo das Eis hart wie Alabaster war, fanden wir blaue Höhlen, die wir mit dem Gedanken betraten, dass wir sie beim nächsten Besuch nicht wiederfinden würden.“

Clemens Ottnad M.A., Kunsthistoriker, Stuttgart
Geschäftsführer des Künstlerbundes Baden-Württemberg

Abb.: Platzhalter © Foto: 

Imaginale 2023

Travel-lllling – Eine Installation aus bewegtem Licht

 

Eröffnung am 2. Februar 2023, 18:30 Uhr

Laufzeit der Ausstellung 3. Februar – 12. Februar 2023

weitere Informationen finden Sie hier

36. Stuttgarter Filmwinter
Festival for Expanded Media

12. 1. 2023 – 17. 1. 2023

Gezeigt werden künstlerische Werke aus den internationalen Wettbewerben Medien im Raum und Network Culture.

Dazu zählen grenzüberschreitende Formate zwischen Performance, Installation, Expanded Cinema und Netzkunst wie zum Beispiel interaktive Web- und Social-Web-Projekte oder Interventionen im öffentlichen und virtuellen Raum.

Öffnungszeiten

Do 12. 1. 2023, 17 – 18:30 Uhr, Eröffnung mit Performance „Davosboros”
Fr 13. 1. 2023, 15 – 19 Uhr
Sa 14. 1. 2023, 15 – 19 Uhr
So 15. 1. 2023, 12 – 17 Uhr
Di 17. 1. 2023, 15 – 21 Uhr

Das BIX – Fotos aus dem Jazzclub nebenan

11. November – 4. Januar 2022

Das BIX – Fotos aus dem Jazzclub nebenan

11. November – 4. Januar 2022

Das BIX – Fotos aus dem Jazzclub nebenan

11. November – 4. Januar 2022

Das BIX – Fotos aus dem Jazzclub nebenan

11. November – 4. Januar 2022

Das BIX – Fotos aus dem Jazzclub nebenan

11. November – 4. Januar 2022

Das BIX – Fotos aus dem Jazzclub nebenan

11. November – 4. Januar 2022

Das BIX – Fotos aus dem Jazzclub nebenan

11. November – 4. Januar 2022

Das BIX – Fotos aus dem Jazzclub nebenan

11. November – 4. Januar 2022

Das BIX – Fotos aus dem Jazzclub nebenan

11. November – 4. Januar 2022

Das BIX – Fotos aus dem Jazzclub nebenan

11. November – 4. Januar 2022

Das BIX – Fotos aus dem Jazzclub nebenan

11. November – 4. Januar 2022

Das BIX – Fotos aus dem Jazzclub nebenan

11. November – 4. Januar 2022

© Fotos: Wolf-Peter Steinheisser, Christoph Bubeck

Das Bix

Fotos aus dem Jazzclub nebenan

11. November 2022 – 4. Januar 2023

 

15 JAHRE BIX JAZZCLUB — Eine Foto-Ausstellung über die 15-jährige Geschichte des BIX Jazzclub

Vernissage am Freitag Abend, 11. November 2022

 

Am 16. 12. 2006 wurde der Stuttgarter BIX Jazzclub eröffnet. Seitdem standen mehr als 1.000 Musikerinnen und Musiker bei über 3.300 Konzerten und vor 300.000 Gästen auf der BIX-Bühne. Anlässlich des 15-jährigen Jubiläums wird — mit einjähriger Verzögerung — vom 11. November 2022 bis 4. Januar 2023 eine große Foto-Ausstellung mit Konzertfotografien und Künstlerportraits von Wolf-Peter Steinheißer aus den vergangenen anderthalb Dekaden zu sehen sein.

In Kooperation mit dem KUNSTBEZIRK, der Galerie im Gustav-Siegle-Haus, dem BIX Jazzclub und dessen Hausfotografen Wolf-Peter Steinheisser wurde in den vergangenen Monaten eine Ausstellung konzipiert, welche die bisherige Geschichte des BIX Jazzclub Revue passieren lässt und den Besuchern die Gelegenheit bietet, in die Welt des Jazz einzutauchen.

Mit Eröffnung der Ausstellung können ab 11. 11. 2022 immer von Dienstag bis Samstag (15 – 19 Uhr) die Fotografien betrachtet werden. Aus einem ursprünglichen Fundus von über einer halben Million Aufnahmen wurde eine Selektion von ca. 80 Motiven zusammen gestellt. Kuratiert wird die Ausstellung von Dieter Soldan (Soldan Kommunikation), der auch für das Layout des begleitenden Bildbands verantwortlich ist. Des Weiteren wird das BIX von Studierenden der HDM Stuttgart unterstützt, die mit einer multimedialen Kampagne unter Leitung von Prof. Volker Jansen die Ausstellung begleiten.

Wolf-Peter Steinheisser arbeitet seit Jahrzehnten erfolgreich als Fotograf für namhafte national sowie international tätige Kunden. Zusammen mit seinem Team realisiert er sowohl Foto- als auch Filmproduktionen. „Es gibt keinen Menschen, der nicht fotogen ist!” — mit dieser Devise geht Steinheisser seit jeher ans Werk. Die Ursprünge seiner Tätigkeit für das BIX gehen zurück ins Jahr 2002, als Steinheisser während einer Filmproduktion in Korea den BIX-Gründer Prof. Mini Schulz kennenlernte und dessen Vision von einem Jazzclub in Stuttgart mit Begeisterung teilte. Seit der Eröffnung des BIX im Dezember 2006 wurden über die Jahre zwei Bildbände veröffentlicht und ein Kalender produziert. Etliche Künstler haben ihre Portraits, die Steinheisser in detailverliebter Perfektion fotografierte, für ihre Portfolios verwendet.

ÜBER DAS BIX

Am 16. Dezember 2006 wird der nach dem Jazz-Kornettisten Bix Beiderbecke benannte BIX Jazzclub im Anbau des Gustav-Siegle-Hauses im Herzen der Landeshauptstadt Stuttgart eröffnet. Jährlich nehmen weit mehr als 20.000 Besucher das Angebot wahr, die über 250 Konzerte von regionalen, nationalen und internationalen Jazzgrößen zu besuchen. Jazzlegenden wie Wynton Marsalis, Joshua Redman, Curtis Stigers oder Wolfgang Dauner haben sich bisher ebenso die Ehre gegeben wie Ginger Baker, Joey DeFrancesco, Helen Schneider und Till Brönner.

Neben dem Konzertraum im Erdgeschoss findet sich auf der Galerie ein eleganter Raucherbereich mit eigener Bar und im Sommer die gemütliche Terrasse gegenüber der Leonhardskirche. Die moderne, einzigartige Akustik und die durchdachte Architektur sorgen zudem für eine besondere Atmosphäre. Das BIX wurde bereits dreimal in Folge mit dem von der Bundesregierung verliehenen Spielstättenprogrammpreis APPLAUS ausgezeichnet. Zudem wird es vom Downbeat Magazine in der Liste der 50 besten Jazzclubs weltweit geführt.

Ghost Notes – Kunststiftung Baden-Württemberg

24. September – 5. November 2022

Ghost Notes – Kunststiftung Baden-Württemberg

24. September – 5. November 2022

Ghost Notes – Kunststiftung Baden-Württemberg

24. September – 5. November 2022

Ghost Notes

Kunststiftung Baden-Württemberg

Ausstellung vom 24. September – 5. November 2022
(bis 26. November medial im Stadtraum Stuttgart)

Vernissage am 23. September 2022, 20 Uhr

Kuratiert von Bernd Georg Milla und Jasmin Schädler
Kuratorische Assistenz: Jana Hotz

Von 24. 9. – 26. 11. 2022 stellt die Kunststiftung im Kunstbezirk Stuttgart unter dem Titel „Ghost Notes“ verschiedene künstlerische Positionen vor, die den Dialog zwischen Bildender Kunst und Musik untersuchen.

Teilnehmende Künstler*innen:

Alexander Györfi
Andreas Arndt
Eva Gentner
Heidi Herzig
Johannes Kreidler
Junya Oikawa
Neus Estarellas
Olaf Quantius
Paulina Sofie Kiss
Raphael Sbrzesny
Sara Glojnarić
Schirin Kretschmann
Sophie Innmann
Sören Hiob
STRWÜÜ
Timm Roller

© Foto: Daniela Wolf 
Junya Oikawa

© Foto: Sara Glojnarić
Partitur Sara Glojnarić: »SYNCD.« (2018) für Schlagquartett (4 Pauken und 8 Sprungfedern)
Edition Juliane Klein

© Foto: studioquantius
Olaf Quantius, „oT. (Wiege)“, 2020 

Summer In The City

29. Juli – 10. September 2022

Summer In The City

29. Juli – 10. September 2022

Summer In The City

29. Juli – 10. September 2022

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29. Juli – 10. September 2022

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29. Juli – 10. September 2022

Summer In The City

Gruppenausstellung, kuratiert vom Förderkreis Bildender Künstler Württemberg e. V.

29. Juli – 11. September 2022

Eröffnung am 29. Juli 2022, 19 Uhr

Begrüßung: Dr. Raimund Menges (Förderkreis Bildender Künstler Württemberg e. V.)

mit einer musikalisch-grafischen Performance von
Delia Ramos Rodriguez (Geige/Elektronik)
Tobias Ruppert (Grafik/Elektronik)
Alex Waite (Synthesizer/Elektronik)

Während es die Welt in die Urlaubsregionen zieht werden in unserer Stadt die Tage immer länger. Diejenigen, die nicht im Flieger nach Mallorca sitzen, gehen das Leben ruhiger an, angesichts der steigenden Temperaturen zwangsläufig. Das Leben der Stadt verlangsamt sich, die Nächte werden zu den produktiven oder geselligen Stunden des Tages. Zeitenweise ist es sogar verhältnismäßig still, fast entvölkert. Die Sonne brennt auf den Beton, die Menschen flüchten in den Schatten, die Natur ächzt unter der Hitze. Manch fremdartige Vision mag dabei dem einen oder anderen durch den Kopf gehen. Und vor allem stellt sich die Frage, ist das überall so? Wie geht es andernorts auf der Welt gerade zu?

Coole, hintergründige Kunst zum Durchatmen und Schmunzeln im KUNSTBEZIRK im Gustav-Siegle-Haus – „der“ Kunst-Location im Zentrum Stuttgarts. „Summer in the city“ füllt das Sommerloch und bietet viel Schatten für überhitze Stadtmenschen.

 Beteiligte Künster*innen:

Anna Anders, Video und Fotografie (Berlin)

Hans Bäurle, Malerei (Altdorf)

Jürgen Bubeck, Fotografie (Kernen)

Franziska Sophie Geissler, Mixed Media (Stuttgart)

Johanna Jakowlev, Malerei (Bad Wimpfen)

Hartmut Landauer, Installation (Stuttgart)

Gregor Öhmann, Skulptur (Backnang)

Birgit Rehfeldt, Skulptur (Ostfildern)

Tobias Ruppert, Grafik (Ostfildern)

Josh von Staudach, Video (Stuttgart)

Reinhard Voss, Skulptur (Karlsruhe)

Margot Witte, Grafik (Karlsruhe)

 

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

13. Juli – 23. Juli 2022

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

13. Juli – 23. Juli 2022

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

13. Juli – 23. Juli 2022

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

13. Juli – 23. Juli 2022

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

13. Juli – 23. Juli 2022

Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart

13. – 23. Juli 2022

Ausstellung der Abschlussarbeiten

Diplom Bildende Kunst 

M.Ed. Künstlerisches Lehramt mit Bildender Kunst und 

M.F.A. Körper, Theorie und Poetik des Performativen (KTPP)

Ausstellungseröffnung: 13. Juli 2022, 19 Uhr im Kunstbezirk

Laufzeit: 14. Juli – 22. Juli 2022

 

Diplom Bildende Kunst

Elif Merve Celik, Hsin-Yi Chou, Kai Fischer, Benjamin Hönsch, Hyewon Hwang, Ivetta Karnelik, Christina Koch, Hankyul Lee, Arthur Metz, Leonie Mistral, Maximilian Perna, Nadezda Pidan, Marie Zbikowska

 

M.Ed. Künstlerisches Lehramt mit Bildender Kunst 

Tija Adam, Esther Berndt, Kim Schultheiß, Nina Ploy Vatanasomboon, Lucie Wagner

 

M.F.A. Körper, Theorie und Poetik des Performativen (KTPP) 

Mira Simon

Weiterer Ausstellungsort:

Projektraum AKKU
Gerberstraße 5c, 70178 Stuttgart

Laufzeit: 14. 7. – 22. 7. 2022
Öffnungszeiten: Mi – Fr, 14 – 18 Uhr

Ausstellungen im KUNSTBEZIRK im Gustav-Siegle-Haus seit November 2021

inside/out Künstlerinnen des BBK

25. Mai – 7. Juli 2022

inside/out Künstlerinnen des BBK

25. Mai – 7. Juli 2022

inside/out Künstlerinnen des BBK

25. Mai – 7. Juli 2022

inside/out Künstlerinnen des BBK

25. Mai – 7. Juli 2022

inside/out Künstlerinnen des BBK

25. Mai – 7. Juli 2022

inside/out Künstlerinnen des BBK

25. Mai – 7. Juli 2022

inside/out Künstlerinnen des BBK

25. Mai – 7. Juli 2022

inside/out Künstlerinnen des BBK

25. Mai – 7. Juli 2022

inside/out Künstlerinnen des BBK

25. Mai – 7. Juli 2022

inside/out Künstlerinnen des BBK

25. Mai – 7. Juli 2022

inside/out Künstlerinnen des BBK

25. Mai – 7. Juli 2022

inside/out Künstlerinnen des BBK

25. Mai – 7. Juli 2022

inside/out Künstlerinnen des BBK

25. Mai – 7. Juli 2022

inside/out Künstlerinnen des BBK

25. Mai – 7. Juli 2022

inside/out

Künstlerinnen des BBK/W

25. Mai – 7. Juli 2022

Eröffnung am Mittwoch, 25. Mai 2022, 19 Uhr

Was ist das „Innen“, was ist das „Außen“ und wo verläuft die Grenze zwischen den beiden Polen und gibt es die überhaupt?

Die Künstlerinnen des BBK beschäftigen sich mit Wahrnehmung im engeren Sinn und der Interpretation von realen Zuständen.

Was passiert, wenn das Innere nach außen tritt, eine Beschränkung aufgebrochen wird und neue Ebenen entstehen?

Von Zeichnung, über klassische Malerei bis hin zu Wand- bzw. raumgreifender Installation reichen die ausgestellten Arbeiten.

Einführung: Adrienne Braun

Mit:

Andrea Eitel

Marion Harduin

Christine Herr

Elke Lang-Müller

Sabine Sulz

Annette Trefz

Ade Weeth

Der KUNSTBEZIRK, Galerie im Gustav-Siegle-Haus Stuttgart

eröffnete im Jahr 2007. Seither gab es ein reichhaltiges Programm an Ausstellungen unterschiedlichster professioneller Stilarten und Gattungen.

Hier finden Sie ein Archiv aller Ausstellungen seit November 2021.

Abb.: Peter Grau © Foto: Peter Grau

Gestern und Heute

Studierende der Klasse Peter Grau

22. April 2022 – 21. Mai 2022

Es sprechen:
Lili Weiß, Förderkreis Bildender Künstler Württemberg e. V.
Horst Peter Schlotter (Einführung)
Prof. Volker Lehnert, AbK Suttgart

Peter Grau (1928 – 2016) war einer der großen Kunstlehrer-Persönlichkeiten der Stuttgarter Kunstakademie. Zu Lebzeiten war er vor allem als virtuoser Grafiker bekannt.
Traum und Wirklichkeit, Menschen- und Tierwelt, Natur- und Geistererscheinungen mischen sich bei Peter Grau auf ganz eigene Art und Weise. Der Zauber seiner Kunst ist ungebrochen und die früher oft als rätselhaft empfundenen Themen mancher seiner Werke erweisen sich als erstaunlich aktuell.

Das Projekt mit seinen Schülern, den „Grauschülern“ soll zeigen, in welcher Weise er seine Sicht der Welt und seine Kunstfertigkeit weitergegeben hat.

Mit:

Rolf Altena • Sabina Aurich • Alfred Bast • Eva Borsdorf • Dr. Sawy Calligari • Cäcilie Davidis • Angelika Flaig • Hansjoerg Frey • CHC Geiselhart • Matthias Gnatzy • Martina Geist • Christine Gläser • Anina Gröger • Andreas Grunert • Ingrid Hartlieb • Johannes Hewel • Konrad Hummel • Ulrike Kirbach • Eckhard Kremers • Werner Lehmann • Bernhard Salzer • Norbert Stockhus • Ines Scheppach • H.P.Schlotter • Klaus-Dieter Schmidt • Wolfgang Uhlig

 

MYTHOS GRÜN

11. Februar – 26. März 2022

MYTHOS GRÜN

11. Februar – 26. März 2022

MYTHOS GRÜN

11. Februar – 26. März 2022

MYTHOS GRÜN

11. Februar – 26. März 2022

MYTHOS GRÜN

11. Februar – 26. März 2022

MYTHOS GRÜN

11. Februar – 26. März 2022

MYTHOS GRÜN

11. Februar – 26. März 2022

MYTHOS GRÜN

11. Februar – 26. März 2022

MYTHOS GRÜN

11. Februar – 26. März 2022

Fotos © Heinrich Herbrügger, Gerald Jauß, Herwig Seemann

MYTHOS GRÜN

11. Februar – 26. März 2022

Eröffnung: Freitag, 11. Februar 2022, 19 Uhr mit einer Einführung von Clemens Ottnad M. A.

Fließende Übergänge von Wand zu Boden, von Bildern zu Installationen sind das Eine. Das Andere sind drei unterschiedliche künstlerische Positionen dialogisierend mit dem Raum.

Beteiligte Künstlerinnen:

Claudia Thorban

Sibylle Möndel

Angelika Flaig

Der Begriff des Mythos findet oftmals ganz ambivalente Anwendung. Mal bezeichnet er im positiven Sinn allseits bekannte, die Allgemeinheit und das Alltägliche überragende Erscheinungen oder sogar Personen, mal weist er im negativen auf unglaubwürdige bis falsche Tatsachenbehauptungen, frei Fabuliertes und bloße Ammenmärchen hin. So mag für die einen Marilyn Monroe als Kultfigur ein Mythos sein, während, wenn wir etwas in den Bereich der Mythen verweisen, wir schlicht das von anderen Menschen als wahr und gültig Behauptete bezweifeln oder in Bausch und Bogen verneinen. Wenn nun die drei Künstlerinnen Angelika Flaig, Sibylle Möndel und Claudia Thorban unter dem Titel Mythos Grün zur aktuellen Ausstellung einladen, wird der ein oder andere Besucher möglicherweise zunächst ziemlich überrascht sein. Von wegen „Es grünt so grün …“ – hier werden keine Blüten, Gärten oder Pflanzennatur im herkömmlichen Sinn vor uns ausgebreitet. Ebenso wenig wird der seit den Romantikern des 19. Jahrhundert bis hin zu den Nationalsozialisten gepflegte Mythos des deutschen Waldes voll dunklen Grüns bedient, um die Klischees unberührter Sehnsuchtslandschaften zu befriedigen.

Der Mythos Grün manifestiert sich bei Angelika Flaig, Sibylle Möndel und Claudia Thorban vielmehr in der je eigenen Auseinandersetzung mit Natur und Naturphänomenen, die in der Ausstellung in ganz unterschiedlichen Bildmedien zum Ausdruck kommen: Zeichnung, Malerei, Skulptur, Fotografie, Film, Installationen, Papiere, Leinwand, Glasscheiben, Folien, verschiedene Druckverfahren, Gummi und andere Kunststoffe, also nicht unbedingt Werkstoffe und Materialien, mit denen wir Grünes und Natur gemeinhin assoziieren. Dass sich aber beim Rundgang durch die Ausstellung dennoch umgehend naturhafte Anmutungen einstellen, ist einerseits der subtilen Beobachtungsgabe und Annäherung an die vielfältigen Themen der Natur geschuldet. Andererseits vermittelt sich ein sehr organisch Anwachsendes und damit geradezu Symbiotisches in der Präsentation, als nämlich maßgeblich Angelika Flaig als Künstlerin-Kuratorin die aktuelle Ausstellung der Dreierbande konzipiert und eingerichtet hat. In wechselnden Konstellationen haben die drei Künstlerinnen in der Vergangenheit an verschiedenen Stellen zusammengearbeitet und bilden demnach ein mehr oder minder eingespieltes Team.

So springt denn auch scheinbar mühelos der Funke über, von der einen Arbeit zur anderen, nicht unbedingt in glei endem Grün, eher in zurückgenommener Farbigkeit, immer aber das Moment des Grünen, des in der Natur Entstehen, Wachsen und Vergehens aufgreifend. Die Linie als Baumwurzel, Geäst, Blattstiel oder Grashalm, Grundgerüste eines Fruchtstandes senkt sich aus der Malerei von den Wänden, schwillt an zu skulpturaler Form mitten im Raum, geht über in mehrfach durchscheinende Schichtungen von Formen und Lineament, die halb in den Raum hineinragen, halb zurückgenommen wieder Wand werden.

Die Metamorphosen von Sibylle Möndel weisen dabei in formaler Hinsicht auf Bildverwandlungen in den Zwischenbereichen von Malerei, Fotografie, Siebdruck, Materialarbeit und anderen Darstellungsmedien hin, in inhaltlicher Hinsicht dagegen ebenso auf jene Zwischenräume, in denen sich Mensch und Natur, Natur und technischer Fortschritt begegnen. Dabei muten die von ihr angelegten Gelände, Wege und Wegsysteme – als die die metamorphen Ver stelungen gelesen werden können – doch eher labyrinthisch unwegsam und verwildert an. Trial and Error, Irrweg und Ausweg zugleich, Vor und Zurück – auch im Vergehen von Zeit, dem Speichern, Löschen und wieder  berschreiben eigener Bilder und Erinnerungen.

Wie sich unser eigenes Leben – vielleicht  berleben, menschliche Existenz allgemein – aber im Spannungsfeld von Technik und Natur,  konomischen Zw ngen und sozial vertretbaren Rahmenbedingungen verhält, macht Sibylle Möndel in dem über Eck präsentierten Fries Netzwerk Wald (2018) deutlich. Die digitale Zahlenwelt von je Null und je Eins – Entweder Oder – drängt in dichten Zeilen, Texten und Kolonnen die nur noch spärlich vorhandene Landschaft fast völlig in den Hintergrund. Die vereinzelt sichtbaren Baumskelette erinnern höchstens noch an die Folgen unsinnigster Flächenbombardements zurückliegender Kriegsepochen oder an das verheerende Waldsterben unserer Zeit. Selbst wenn die langen Zahlenreihen von Null und Eins uns auch daran erinnern m gen, dass wir frei darin sind, Entscheidungen für die Natur oder aber gegen sie zu treffen.

Ganz bewusst verzichtet dagegen Claudia Thorban auf die Datierung ihrer Arbeiten. Über die Jahre hinweg wächst ihr Werk an, ältere Arbeiten verbinden sich mit aktuellen, verändern in veränderlichen Kontexten ihre Wirkung, je nachdem, in welchen Räumen sie gezeigt werden, in welchen Kombinationen mit anderen Künstlerinnen und Künstlern, unter welchen Sichtweisen sie kuratorisch ausgewählt und präsentiert werden. In diesem fortwährenden Kontinuum von Raum und Zeitbreiten sich ihre urzeitlichen Farne, Seerosen, Eichenblätter als Digitaldrucke über Acrylgl ser aus, ganz und gar Natur, lebendig in Bewegung, nirgendwo Stillstand und zugleich doch auf industrielle Werkstoffe und Herstellungsverfahren zurückgehend.

Schier undurchdringliche Dschungel entstehen bei Claudia Thorban dort, wo Gläser, teils farbig gefasste, in dichter Abfolge leicht versetzt hintereinander gestaffelt vor die Wand gelehnt erscheinen und „neue Blicke“ (wie es die Künstlerin selbst formuliert) herausfordern. Wie in den zusammengerollten bedruckten Kunststofffolien ergeben sich ununterscheidbare Überschneidungen von Form und Linie, Eines geht ins Andere organisch über. Linie wird Blattstiel, das Blatt Teil der Erde, der dunkelschwarze Schatten die Ahnung eines Tiers, und zuletzt doch wieder konkret fassbar ein farbschillernder Rosenk fer, der – unversehens riesenhaft geworden –aus seinem bodenlosen, weil gläsernem Bildareal herauszukrabbeln droht.

Und da ist es dann doch zu sehen, das Grün! Es schwappt gewissermaßen über, zu den Arbeiten von Angelika Flaig, verspannt grün die große Fotoarbeit gleich am Eingang des Ausstellungsraumes eines wie in einen Kokon eingehüllten menschlichen Körpers mit den kleinteiligen Dryaden , die auf eine Performnace der Künstlerin zurückgehen und zu denen eigens Kompositionen von Matthias Schneider-Hollek entstanden sind, mit der Filmarbeit der Künstlerin im hinteren Darkroom. Das intensiv aufleuchtende Grün aber, das uns hier vermeintlich unbändiges Naturwachsen zu vermitteln versucht, geht – wie häufig bei Angelika Flaig – auf in der Industrie gebräuchliche Arbeitsmittel zurück, im vorliegenden Fall auf handelsübliche Baustellennetze. An und für sich zu Sicherungszwecken gedacht, verfängt sich der Körper darin, Schwebezustände zwischen Sich Einspinnen und Verpuppen und der Verwandlung in einen völlig anderen Wesenszustand. Selbst noch das seelenlose Gerippe einer Hochhausarchitektur – wie in der filmischen Inszenierung im hinteren Raum zu sehen – entwickelt eine leise schwingende Poesie, wenn sich jene Baustellennetze ihrer eigentlichen Funktion entledigen und vom Wind hoch in die Luft gewirbelt werden: Maschinenwelt und Menschenwelt verweben sich.

So in die Arbeit von Angelika Flaig eingesehen, verwundert es beim Rundgang durch die Ausstellung nicht mehr sonderlich, die Anwesenheit von Natur und Pflanzen gerade in ihrer Abwesenheit wahrzunehmen, im Spannungsfeld von – wie sie es selber sagen würde – „gewollter und von ungewollter Form“. Ein Blumenmeer aus vernutzten Fahrbahnmarkierungen, ja gar ein Nachtgarten aus glänzend schwarzen Gummiabfällen entsteht, die insektengleichen Gebilde wieder den Kreis zu den punktuell aufgerasterten Waldbildern Sibylle Möndels und den Getieren von Claudia Thorban schließend.

Nicht umsonst hat Angelika Flaig im Vorfeld dieser Ausstellung über den Mythos Grün mit Philipp Otto Runge (1777–1810) doch noch auf Bildbeispiele aus der Epoche der deutschen Romantik hingewiesen. In der einschlägigen Literatur wird es so beschrieben, dass in der Romantik „der Mythos […] nicht als Gegenwelt zum Religiösen, sondern als seine Erneuerung verstanden [wurde]. Jean Paul betrachtet die mit der Abwertung der Köperwelt verbundene Abwendung von der „Erden-Gegenwart“ hin zur „Himmels-Zukunft“ als den eigentlichen Mythos seiner Zeit […]: Auf der „Brandstätte der Endlichkeit“ erwachsen Engel, Teufel und Heilige und die Sehnsucht nach der Unendlichkeit oder die unendliche Seligkeit.“ – Lassen wir aber in unserer Jetztzeit verhaftet getrost alle Engel, Teufel und auch Heilige beiseite, unendliche Seligkeit dagegen wär‘ schon nicht schlecht! Die hiesige Ausstellung jedenfalls trägt Einiges dazu bei, den Mythos zu wahren.

Clemens Ottnad M.A., Kunsthistoriker (Stuttgart)

Geschäftsführer des Künstlerbundes Baden-Württemberg

DAILY

12. November 2021 – 21. Januar 2022

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DAILY

12. November 2021 – 21. Januar 2022

Alle Fotos © Ulrike Reichart, 2021

DAILY

12. November 2021 – 21. Januar 2022

Jeden Tag das Gleiche … Perfektion oder Meditation? Meisterschaft oder Übung?
Eine Ausstellung auf den Spuren von Repetition, Können, Ausdauer, Geduld und verstreichender Zeit.

Eine Ausstellung des Kontur. Kunstverein Stuttgart e.V. (ADKV)

Beteiligte Künstler*innen:

Anna Anders, Berlin

Anja Bohnhof, Dortmund

Željko Božičević, Stuttgart

Edward B. Gordon, Berlin/London

Martin Graf, Hamburg

Gudrun Knapp, Stuttgart

Jens Risch, Berlin

Horst Peter Schlotter, Weil der Stadt

Willy Wiedmann †, Stuttgart

Paula Pelz, Stuttgart

DAILY

Anna Anders, Anja Bohnhof, Željko Božičević, Edward B. Gordon, Martin Graf, Gudrun Knapp, Paula Pelz, Jens Risch, Horst Peter Schlotter, Willy Wiedmann
Kunstbezirk, Galerie im Gustav-Siegle Haus, Stuttgart
12.11.2021 – 21.01.2022

Rede von Clemens Ottnad zur Eröffnung am 12. November 2021

Insbesondere bildenden Künstlerinnen und Künstlern, mehr noch den im Bereich der Literatur Tätigen diente es häufig als altbewährtes Motto: Nulla dies sine linea! Kein Tag sei ohne Linie (ohne zu zeichnen)! Kein Tag ohne eine Zeile (zu schreiben)! Der vielzitierte – wenn auch nicht nachweisbare – Ausspruch wird gewöhnlich Plinius d. Ä. in den Mund gelegt, der einen sportiven Wettstreit der beiden antiken Maler Apelles und Protogenes zu schildern vorgibt, wer denn von den beiden mit Hilfe eines Pinsels die feinere Linie zu ziehen vermöchte. Im Arbeitszimmer von Émile Zola zierte die Parole sogar dessen Kaminaufsatz – auf andere Weise hätte der französische Autor mit bekanntermaßen penibelst eingehaltenem täglichen Schreibplan wohl auch kaum seinen 20-bändigen Romanzyklus der Rougon-Macquart zustande gebracht. Was nun aber bei Plinius oder Zola eine Frage bloßer technischer Finesse oder von ungeheurem Fleiß und Durchhaltevermögen ist, stellt sich angesichts der 10 künstlerischen Positionen, die in der aktuellen Ausstellung DAILY versammelt sind, doch deutlich anders dar.

Dieser Reigen eines kontinuierlichen weil täglichen Tuns umfasst die Medien von Zeichnung (analog wie digital), Malerei, Materialarbeiten und Objekte, Fotografie, Video-Installation und reichhaltige Künstlerbücher, die von Vorgenanntem Mehreres zugleich enthalten. Mal bestimmen Ausdrucksmittel und Technik, mal das Konzeptuelle und dann wieder die inhaltliche Auseinandersetzung mit Thema und Motiv das Spektrum, mitunter auch schlicht die vorgegebenen äußeren Umstände. Beim Rundgang durch die Ausstellung wird jedenfalls schnell klar, dass das Repetitorium des scheinbar immer Gleichen offensichtlich doch vielfältige Erkenntnisse eines auch überraschend Neuen und Anderen ins sich trägt.

Täglich wiederkehrende Rituale und Routinen prägen unseren Alltag. Für die einen vermitteln sie verlässliche Strukturen, die dem Leben Halt geben, für die anderen nur bis zum Überdruss erschöpfende Langeweile. Was für den Einen disziplinierte Übungen bis zur vollkommenen Meisterschaft bedeuten, mutet die Andere als sisyphotisch vergebliche Liebesmüh und ermüdende Zeitschleifen ohne jeden Sinn und Verstand an. Tag um Tag ist nicht immer guter Tag, aber eben doch oft: Konzentration auf das Beiläufige, leicht zu Übersehende, stille Versenkung in ein meditativ zielloses Für-Sich-Sein, das aufmerksame Messen verbrachter und verbrauchter Zeit gleich Lebenszeit und damit Selbstvergewisserung, Weltvergewisserung.

Doch diese – die Welt und ihre Dinge darin und deren künstlerische Aneignung – verändern sich ganz gewaltig, wenn etwa Jens Risch (*1973, Berlin) aus einem 1.000 Meter langen Zwirnfaden ein knoll-koralliges Gebilde knotet (vgl. Einladungskarte zu dieser Ausstellung). „Der Knoten bin ich.“, sagt der Künstler und befasst sich täglich mit seiner Knotenarbeit, die die Linie in einen Körper (quasi einen Zeitklumpen, vgl. Andreas Bee) verwandelt, ein Raum-Zeit-Kontinuum der besonderen Art. Akribisch sind die Knotenzeiten auf Monatsblättern dokumentiert und zu kalenderartigen Jahrestableaus zusammengefasst.

Eine genaue Vermessung von Objekt, Ort und Zeitdauer – jeweils mit einem Stempel zu den exakten Angaben versehen – zeigt das Scharrenberger Zeichnungsarchiv von Željko Božičević (*1965, Stuttgart). Als Work in Progress konzipiert, spielt das Sujet Weinstock, der dargestellte Bildgegenstand – so sehr sie individualisierten Pflanzenportraits gleichen mögen – als selbständiges und technisch virtuos ausgeführtes Werk überhaupt keine Rolle. Vielmehr dienen die pleinairen Zeichnungsexerzitien als Selbstversuch in der Auseinandersetzung mit einer Kulturlandschaft im Spannungsfeld von Natur und urbanem Raum auf der Degerlocher Höhenlage.

Keine vegetabilen Erscheinungen im eigentlichen Sinn, aber doch ein geradezu biomorphes Anwachsen von Linienwerk und Linienschwärmen prägt den Block von Zeichnungen von Gudrun Knapp (*1960, Stuttgart). Die für sie charakteristische Ausdruckssprache körpernaher Bewegungsbilder ist aufgrund coronatechnischer Einschränkungen inzwischen ins kleine Format und in eine eher intime, allabendliche Zeichenarbeit überführt worden. Dennoch vermitteln die auf grauem Karton geführten Lineamente (weiß, schwarz, rot) grundsätzliche Aggregatzustände von Auflösung und Verdichtung, Abstand und Nähe, die vom mikroskopisch Kleinen in kosmische Weiten gedacht werden können: eine Linie steckt hier die nächste Linie an.

Fotografische und filmische Präparationen des Alltäglichen haben Anja Bohnhof (*1974, Dortmund) und Anna Anders (*1959, Berlin) angelegt. Alltagswelten zwischen Süden und Norden, wie sie verschiedener nicht sein könnten: In einer eindrucksvollen Reihe zeigt Anja Bohnhof Lastenträger und -Fahrer in Kalkutta. Von der Fotografin aus ihrer gewöhnlichen Umgebung isoliert, erscheinen die verarmten Männer, die jeden Tag mit einfachsten Mittel um ihre Existenz kämpfen müssen, unversehens wie heroische Zauberer. Mit angemessenem Stolz bewegen sie unglaubliches Transportgut, jonglieren fragilste Gebilde und sorgen so tagtäglich dafür, dass der Lauf der Dinge – insbesondere der der ökonomischen Dinge der Wohlhabenderen – nicht aus den Fugen gerät.

Scheinbar heile Welt dagegen in Seyðisfjörður, einer kleinen Ansiedlung im Osten Islands: Anna Anders zeigt in jeweils 9:40 Minuten langen Sequenzen auf urspünglich 19 unterschiedlich großen Frames isländische Einfamilienhäuser in ihrer typischen Farbigkeit. Die Anordnung der Bildschirme entspricht dabei dem Stadtplan des Ortes. Ob wir es aber mit dokumentarischem Material zu tun haben, als die Hausbewohner tatsächlich alltägliche Tätigkeiten ausführen, oder es sich doch eher um eine von der Künstlerin inszenierte Installation oder viele verschiedene Performances handelt, bleibt ungewiss.

Schnelle Polaroids in schier altmeisterlicher Manier gemalt präsentiert uns

Edward B. Gordon (*1966 Berlin / London). Augenblicksfänger sind sie genannt und in der Tat lässt er keinerlei Augenblicke aus. Neben größerformatigen Gemälden in seinem Gesamtwerk verfertigt er – Daily a Painting – seit 2006 jeden Tag ein 15 x 15 cm großes Tagesbild, das er im Netz veröffentlicht und meistbietend versteigert. Insbesondere dem städtischen Alltag entnommen (Berliner Straßenszenen, Paris mit Eiffelturm, Wäsche auf der Leine) sind auf diese Weise bisher über 4.000 Arbeiten entstanden und über die ganze Welt verteilt worden.

Im krassen Gegensatz dazu lebt die scheue Malerin Paula Pelz (*?, Stuttgart) gänzlich zurückgezogen, wenngleich nicht weniger produktiv. Mit every-day-people malte sie im Jahr 2019 jeden Tag 365 Tage lang jeweils ein Portrait. Als Modell mögen ihr Freunde und Bekannte gedient haben, letztlich geht es ihr jedoch nicht um Abbildhaftes und Ähnlichkeiten mit lebenden Personen. Wo wollte sie diese angesichts ihrer eremitischen Lebensweise auch kennengelernt haben? Vielmehr ist es ihr um das Portraitbild als Gattung der bildenden Kunst an sich zu tun, Fragen nach Identität, also um „das innere Abbild […] erinnerter Personen“, wie es ihr Bruder Jan-Hendrik Pelz beschreibt, der sich – selber Künstler – intensiv um das künstlerische Werk seiner begabten Schwester sorgt.

Eine ebenso staunenswerte Konsequenz bezeugen die Bildtagebücher von Horst Peter Schlotter (*1949, Weil der Stadt). Jedes Jahr lässt er sich nämlich eine Anzahl von Blanko-Büchern anfertigen, die er seit 1980 Tag für Tag jeweils mit einer Arbeit versieht. Die Zeichnungen, Collagen, übermalte Fotografien, Textnotizen und vieles andere mehr nehmen mal nur einen Teil einer Seite ein, mal breiten sie sich über die gesamte Doppelseite bis hin zu Materialarbeiten aus. Im Unterschied zu Einzelwerken, die in den Verkauf und in Sammlungen gelangen, bleiben diese autobiografischen Kompendien als kompaktes Erinnerungsarchiv erhalten und laden ein zum Blättern durch das eigene Leben und Erleben.

Ganz anders Martin Graf (*1969, Hamburg), der zwar ebenfalls jeden Tag eine Zeichnung erstellt, diese aber ausschließlich in digitaler Form, auf verschiedenen Tablets, und das in Windeseile. Sie enthalten spontane Alltagsimpressionen und werden – mit Titeln oder Text versehen – umgehend im Internet veröffentlicht, wo ein eingeschworenes Publikum die Tageszeichnungen regelmäßig seh(n)süchtig erwartet. Der Papiermechaniker, wie er sich selber nennt, sagt selbst: „Anfang 2012 kam ich auf die gute Idee, jeden Tag ein Bild zu zeichnen, denn: ‚One drawing a day keeps the doctor away!‘“ Die Einzelblätter auf dem Bildschirm aneinandergereiht entsteht eine Art Trickfilm, der an Comics denken lässt.

Zuletzt zu Willy Wiedmann (1929–2013), seines Zeichens bildender Künstler, Musiker und Komponist, Schriftsteller und Galerist. Nach der Ausmalung der Pauluskirche in Zuffenhausen arbeitete dieser 16 Jahre lang an seinem Bibel-Projekt. In 3.333 Bildern, die in 19 Leporellos zusammengefasst sind, gibt er das komplette biblische Geschehen in dem von ihm als polykoner Malerei beschriebenem Stil wieder.

Größer – meint man – könnte der Kontrast seiner Wiedmann Bibel zu den vorge-nannten digitalen Comic Strips nicht sein. Doch im Grunde spannt sie in ihrer Eigenart mühelos den Bogen zu einer ornamentalen Archaik, wie sie z.B. die frühe Reichenauer Malerschule (10. Jahrhundert) repräsentiert, die mit reichen Mäander- und Rankenwerk geschmückten Fresken nichts anderes als ein frühmittelalterlicher Comic, eine Bildergeschichte für die Gläubigen, die des Lesens nicht mächtig waren.

Wenn wir also von Selbst- und Weltvergewisserung mittels des alltäglichen Tuns und dem Verstreichen von (Lebens-)Zeit in den hier in der Ausstellung gezeigten Varianten sprechen, sind wir auch mit den Fragen individueller Vergänglichkeit befasst. Mit der Konzentration auf jeden einzelnen Moment, Tag für Tag, die sich darin wiederholenden Routinen und Rituale, die Linien, die Seiten, die Knoten, die vielerlei Gesichte(r) – meditativ geerdet oder aber obsessiv bedrängend – scheinen die Momente eines Memento Mori auf. – In Punxsutawney, in dem kleinen pennsylvanischen Städtchen, aus dem einmal fast philosophisch filmreif ein Murmeltier täglich grüßen durfte, würde das heißen: „Ja, aber was ist, wenn es kein Morgen gibt? Heute gab’s nämlich auch keins.“ (Zitat im Film Bill Murray alias Phil Connors, 1993)

Clemens Ottnad M.A., Kunsthistoriker (Stuttgart)

Geschäftsführer des Künstlerbundes Baden-Württemberg